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    's Heftpflaster 04/21

    Top Thema, Gesundheit

    Ernährung für Körper und Geist

    Ernährung ist ein viel diskutiertes Thema, zu dem jeder eine eigene Meinung zu haben scheint. Worauf es aber wirklich ankommt, erklärt Sibylle Birnstiel, Ernährungsberaterin BSc, im Interview.

    Was macht ein gesundes Essverhalten aus?

    Eine gesunde Ernährung umfasst Aspekte auf der körperlichen wie auch auf der psychischen Ebene. Körperlich gesunde Ernährung bedeutet, den Körper mit Energie und allen essenziellen Nährstoffen sowie ausreichend Flüssigkeit zu versorgen. Je nach Alter, Geschlecht, körperlicher Aktivität oder Gesundheitszustand hat der Körper andere Bedürfnisse, die in der Ernährung berücksichtigt werden sollten. Die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung empfiehlt eine ausgewogene Mischkost nach dem Prinzip der Ernährungspyramide: Täglich ein bis zwei Liter ungesüsste Getränke, fünf Portionen Gemüse und Obst, drei Portionen Getreide sowie eine Portion proteinreiche Lebensmittel[1]. Es lohnt sich, vermehrt lokale und saisonale Ernteprodukte zu konsumieren, denn die langen Transportwege sind nicht nur ökologisch bedenklich, sondern die frühzeitige Ernte führt auch dazu, dass die Lebensmittel weniger gehaltvoll sind, das heisst weniger Vitamine und wichtige Spurenelemente enthalten. Weil bei den Grossverteilern sämtliches Gemüse ganzjährig zu kaufen ist, empfehle ich gerne den Gang auf den Bauern- und Wochenmarkt.

    Wie äussert sich ein gesundes Essverhalten auf der psychischen Ebene?

    Bei gemeinsamen Mahlzeiten pflegen wir unsere Sozialkontakte, es ist also ein wichtiger sozialer Akt. Eine gesunde Ernährung ist für den Körper essenziell, doch die Balance zwischen dem Wissen zu Ernährung und der entsprechenden praktischen Umsetzung ist unentbehrlich. Wer sich zu stark mit dem Thema auseinandersetzt und ihm alle anderen Lebensbereiche unterordnet, kann ein rigides Essverhalten und in extremen Fällen sogar eine Essstörung entwickeln. Oder anders ausgedrückt: Wenn ungezwungenes Essen in Restaurants mit Freunden nicht mehr möglich ist, weil dort nur «Verbotenes» serviert wird, dann ist das kein gesundes Essverhalten mehr. Denn daraus folgt auch oft eine soziale Abschottung, was wiederum den mentalen Leidensdruck erhöht.

    Sie haben vorhin die unterschiedlichen Bedürfnisse des Körpers erwähnt. Können sich diese auch verändern?

    Insbesondere Krankheiten wie Krebs oder Lungenkrankheiten können den Energie- und Proteinbedarf stark erhöhen. Auch grosse Operationen verlangen dem Körper einiges ab, weswegen präoperativ vor allem bei Eingriffen im Magen-Darm-Trakt spezielle Nahrungssupplemente verabreicht werden. Dies mit dem Ziel, den Körper bestens auf den Eingriff vorzubereiten. Es ist empirisch bewiesen, dass sich der Körper so schneller erholt und Entzündungen besser abheilen können.

    Mit zunehmendem Alter sinkt zudem der Energiebedarf des Körpers, während der Proteinbedarf und teilweise Mikronährstoffbedarf steigen. Wer weiter isst wie immer, wird zunehmen, weil die überschüssige Energie in Form von Fett eingelagert wird. Darum wird eine regelmässige körperliche Aktivität mit zunehmendem Alter noch wichtiger.

    Zur Person

    Sibylle Birnstiel, BSc Ernährung und Diätetik, hat über 20 Jahre Erfahrung im Akutspital und arbeitet seit 1.5 Jahren im HomeCare Nordstern. Haupttätigkeiten sind weiterführende Ernährungstherapien von Patienten nach Spitalaustritt, Betreuung von Alters- und Pflegeheimen im Bereich Ernährung sowie Praxisausbildung von angehenden Ernährungsberaterinnen.

    Was passiert, wenn man den körpereigenen Bedürfnissen nicht gerecht wird?

    Wie gerade erwähnt, kann die Folge eine Gewichtszunahme sein. Bei Unterversorgung sinkt im Verlauf das Körpergewicht. Besonders eine rasche und ungewollte Gewichtsabnahme ist ernst zu nehmen und sollte ärztlich abgeklärt werden! Denn sie kann auf eine noch verborgene Erkrankung wie zum Beispiel ein Tumor zurückzuführen sein.

    Allgemein äussert sich eine ungesunde Ernährung durch unspezifische Symptome wie Antriebslosigkeit, depressiven Verstimmungen, Haarausfall oder Stuhlunregelmässigkeiten wie Verstopfung. Eine Mangelversorgung einzelner Nährstoffe kann die Folge sein, die mittels Laboruntersuchen festgestellt wird. Am häufigsten kommt ein Mangel an Proteinen, Calcium, Eisen, Zink sowie Vitamin D und Vitamin B12 vor. Wer sich vegan ernährt, muss das Vitamin B12 supplementieren, denn dieses kommt ausschliesslich in tierischen Produkten vor. Ein Mangel an Vitamin B12 führt im Verlauf zu Anämie, also Blutarmut.

    Gibt es etwas im Bereich Ernährung, dass Ihnen Sorgen bereitet?

    Zu Bedenken gibt mir, dass immer mehr verarbeitete, oft von weit her transportierte Lebensmittel konsumiert werden, die viele Zusatzstoffe, versteckte Fette mit schlechtem Fettsäuremuster und viel Zucker enthalten. Auch im vegetarischen und veganen Bereich ist das zu beobachten. Wünschens- und empfehlenswert ist eine möglichst naturbelassene Ernährung mit Berücksichtigung von regionalen, saisonalen, ökologisch und fair produzierten Zutaten.

    So könnte eine gesunde Ernährung am Tag aussehen

    Frühstück

    • Option 1: Vollkornbrot, Butter, Konfitüre oder Honig, ein kleines Stück Käse, Milchkaffe oder Tee
    • Option 2: Müesli mit Vollkornhaferflocken in Milch eingeweicht, Naturjogurt, etwas Zitronensaft, Saisonfrüchte

    Znüni

    • 1 Portion Saisonobst

    Mittagesssen

    • Vegetarisch: Linsen-Gemüse-Eintopf, Vollkornbrot, Salat
    • Fleischmenü: Pouletbrust, Zitronenreis, Saisongemüse, Salat

    Zvieri

    • Fruchtquark (Naturquark mit frischen Saisonfrüchten)

    Abendessen

    • Geschwellte mit Hütten- und Schnittkäse, Salat

    Spätimbiss

    • 1 Handvoll Nüsse

    Getränke

    • 1.5 – 2 Liter energiefreie Getränke wie Wasser, Mineralwasser, Tee ohne Zucker über den Tag verteilt

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