Wundversorgung

    Was tun, wenn sich ein Kind verletzt?

    Wundversorgung

    Die Situation ist allen Eltern bekannt: Ein Kind schneidet sich in den Finger, schlägt sich das Knie auf, tritt auf spitze Steine oder Scherben, wird von einem Tier gebissen oder bleibt an einem stachligen Zaun hängen. Der Schreck ist meist gross, wenn Blut fliesst. Insbesondere bei viel Blut bekommt man schnell Angst. Trotzdem sollten Sie versuchen Ruhe zu bewahren. Nicht jede Verletzung, die schlimm aussieht, ist gefährlich. Umgekehrt können harmlos aussehende Wunden zu schlimmen Eiterungen führen. Oder es können innere Organe verletzt sein, was man von aussen nicht ohne weiteres sieht.

    Richtig reagieren: Rasch handeln

    Bringen Sie sich selbst in Sicherheit (von der Strasse weggehen, Abstand zu brennenden Gegenständen halten etc.). Rufen Sie laut um Hilfe oder sprechen Sie jemanden an, der Ihnen helfen kann. Schildern Sie möglichst ruhig und genau, was passiert ist und wer verletzt ist (Kinder, Erwachsene, wie viele, Alter ca.). Beschreiben Sie möglichst exakt, wo sich das verletzte Kind befindet. Achten Sie auf Strassenschilder, auffällige Gebäude (Post, Restaurants, Läden, Kreuzungen, grosse Bäume etc.). Gehen Sie zum verletzten Kind zurück und sprechen sie mit ihm, bis Hilfe da ist. Fragen Sie es, wie es ihm geht, sagen Sie, dass Sie Hilfe angefordert haben.

     

    Grosse Wunden sind aus verschiedenen Gründen gefährlich

    shutterstock_212590303Blutverlust: Versuchen Sie ihn zu stoppen, indem Sie einen Druckverband anlegen (aus der Apotheke) oder einen festen Gegenstand in ein sauberes Tuch wickeln und auf die Wunde drücken. Halten oder lagern sie den verletzten Körperteil wenn möglich hoch.

    Schock: Das verletzte Kind hat blasse kalte Haut, schwitzt, atmet schnell und oberflächlich, gähnt und schnappt nach Luft. Meist sind Menschen im Schock teilnahmslos, manchmal aber auch unruhig oder sogar aggressiv. Halten Sie das Kind mit einer Decke oder einer Jacke warm, bis Hilfe kommt.

    Infektionen oder Blutvergiftung: Bei grösseren Verletzungen ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Krankheitskeime in die Wunde gelangen. Daraus können Infektionen und in der Folge eine Blutvergiftung entstehen. Deshalb ist es sehr wichtig, Wunden immer zu reinigen und zu desinfizieren. Alarmzeichen sind schmerzhafte rote Streifen entlang dem Arm oder Bein und ein Pochen in der Wunde. In diesem Fall müssen Sie sofort zum Arzt. Eine Blutvergiftung ist lebensgefährlich.

     

    Schnitt- und Stichwunden

    Gefahr droht durch Verunreinigung: Durch den Gegenstand, der den Schnitt verursacht hat, durch Abfälle, Keime, oder verunreinigtes Blut.

    Infektionen: Die Krankheitskeime werden tief ins Gewebe hineingetragen und können sich dort vermehren.

    Ungenügende Reinigung: Die (oft sauber aussehenden) Wundränder werden verschlossen, bevor sichergestellt ist, dass sich im darunterliegenden Gewebe keine Krankheitskeime mehr befinden.

    Wundstarrkrampf = Tetanus: Impfung wichtig!

    Ansteckung: Tetanusbazillen befinden sich überall. Der Patient bekommt schwere Muskelkrämpfe am ganzen Körper dies kann ohne Behandlung tödlich sein.

    Impfung: Kinder werden in der Schweiz systematisch geimpft. Erwachsene sollten die Impfung alle 10 Jahre auffrischen.

    Platzwunden

    Platzwunden entstehen z. B. wenn das Kind mit dem Kinn auf die Lenkstange des Fahrrads prallt. Die Wunde blutet meist stark.

    Ärztliche Hilfe aufsuchen, wenn:

    • Fremdkörper in der Wunde stecken.
    • Das Gesicht verletzt ist, insbesondere Nähe der Augen.
    • Wundränder zerfetzt sind
    • Die Wunde so gross ist, dass sie genäht werden muss.

    Schürfwunden

    Die Wunde unter fliessendem, lauwarmem Wasser gut ausspülen. Vor allem Teer entfernen, die Haut kann sonst dunkel verfärbt bleiben. Die Wunden desinfizieren. Bei Kindern nicht mit alkoholischen Lösungen, sonst brennt es.

    Termin buchen

    Bei Fragen rund um Ihre Gesundheit sind die Mitarbeitenden der Volksapotheke Ihre erste Anlaufstelle – fachkundig, persönlich und diskret.

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